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Briska |
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Briska war
mein erster Cocker Spaniel. Ich bekam ihn als Baby, als ich meine erste
eigene Wohnung bezog. Briska war lackschwarz, glänzte wie Seide und hatte
enorm lange Ohren. Ich fuhr damals zum Zwinger um die jungen Hunde zu
besichtigen. Die Züchterin war gerade in der Küche und richtete
Hundefutter her als ich bei der Eingangstüre klingelte. Sie liess alles
stehen und liegen und kam mit mir zur Zwingeranlage, wo sich die ganze
Hundemeute in einem Gehege befand. Briska kam als erster an den Zaun und
stellte sich daran hoch und wedelte mit dem Stummelschwänzchen wie wild.
Ich hatte mich schnell entschieden, die Hündin Briska sollte es sein. Das
Gittertor wurde geöffnet, Briska raste an uns vorbei direkt in die Küche
und noch bevor wir dort ankamen, kam sie uns entgegen mit einem riesigen
Stück Fleisch in der Schnauze. Es war nicht leicht, ihr diese Beute
wieder abzunehmen. Für Detailbesprechungen setzten wir uns in die Stube,
wo man mir einen Platz auf dem Sofa anbot. Briska kam angesaust und mit
einem Sprung sass sie bei mir auf dem Schoss. Es war offensichtlich
gegenseitige Liebe auf den ersten Blick. Man lieh mir ein Halsband und
eine Leine und gab mir viel Hundefutter mit, für die ersten Tage. Briska
bekam im Zwinger ausschliesslich Pferdefleisch zu fressen, mit den
üblichen Flockenzutaten. Bei uns in der Nähe gab es eine
Pferdemetzgerei, so konnte ich meinen Hund mit seinem gewohnten Fleisch
versorgen. Ich kaufte mir einen Hundekorb, in dem Briska auch als
ausgewachsener Hund seine Beine noch bequem von sich strecken konnte.
Weil ich weiss, dass sich Hunde oft gerne in eine Ecke
kuscheln, versah ich den Korb mit einem Dach und als schöne Garnitur
rundherum noch mit einem Volant, wie man dies früher an einem Stubenwagen
für Kinder tat. Der Stoff war leuchtend rot mit kleinen weissen Tupfen
und passte zu meinem schwarzen Hund, ausgezeichnet. Wie ich mit Freude feststellen konnte, liebte auch mein
Hündchen seine Behausung sehr.
Zehn Jahre lebten wir zwei zusammen, als sich Briska wieder auf den
Rücken legte als ich sagte: "Mach faules Mädchen", weil ich
sie so am besten kämmen konnte. das seidenweiche Haar bildete schnell
Knoten, besonders am Bauch zwischen den Beinen und in dieser Stellung
konnte ich ihr alle "Knöpfe" auskämmen. Ich entdeckte unter
einem Vorderbein einen Ausschlag, viele kleine
Bläschen, die aussahen wie Spitzpocken. Einen Tag später waren es
bereits doppelt so viele und so ging ich zum Tierarzt. Dieser stellte
fest, dass es sich um einen bösartigen Wucherkrebs, der im Laufe der Zeit
die inneren Organe zerstöre, handle und dass es keine Heilung gebe. Der
Tierarzt, ein Freund meines Schwagers, konnte nicht sagen, wie lange mein
Hund noch leben werde. Da er mich seit vielen Jahren kannte und wusste,
dass ich die kleinste Veränderung bei meinem Hund wahrnehmen würde,
verzichtete er darauf, den Hund sofort einzuschläfern, wie er dies bei
anderen getan hätte. Er meinte damals, es kann eine Woche, ein Monat oder
vielleicht auch noch ein Jahr dauern, bis sie ihn endgültig verlieren
werden. Es ging noch sechs Monate. Es war an einem Mittwoch, wir machten
am Abend noch einen langen Spaziergang und Briska grub wieder einmal ein
riesiges Loch und fand auch das Mäusenest. Auf dem Heimweg spielten wir
noch zusammen. Sie wollte, dass ich ihr ein Holz warf, das sie dann suchte
und zu mir zurück brachte. Sie war richtig ausgelassen und raste herum.
Daheim angekommen, gingen wir ins Bett. Es war morgens um halb zwei als
sie mich keuchend weckte. Sie kletterte zu mir aufs Bett, versuchte, auf
die Kommode zu klettern, hinauf, weiter hinauf wollte sie, weil sie fast
keine Luft mehr bekam. Der Krebs hatte die Lunge erfasst. Ich öffnete das Fenster, liess aber den Laden
geschlossen, durch die geöffneten Lamellen kam genügend Luft herein. Ich
telefonierte sofort meinem Schwager und am Morgen stand er schon um sieben
Uhr vor meiner Tür. Wir fuhren zu seinem Freund, dem Tierarzt. Ich solle
im Wartezimmer warten befahl er. Und während mein Hund im Nebenzimmer
eingeschläfert wurde, liefen mir die Tränen über die Wangen. Ohne Hund
musste ich nach Hause. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt zum Glück gerade
Ferien und so nahm mich mein Schwager mit zu ihm und meiner Schwester, die
zusammen ein Tierheim im Zürcher Oberland betrieben. Trotzdem musste ich
nachher wieder nach Hause und dort befiel mich das heulende Elend. Nie,
nie mehr will ich einen Hund, das mache ich nicht nochmals mit schrie ich
ins Telefon, als meine Schwester sich nach meinem Befinden fragte. Obwohl
wir daheim seit meiner Geburt immer Hunde hatten, verkraftete ich dort die
Verluste besser, weil ich nicht allein war und weil es sich um den
Familienhund und nicht um meinen eigenen handelte, für den ich alleine
die Verantwortung trug.. |