30 Jahre Cocker-Spaniels

Cocker Spnaiel Hündin BRISKA V. GRUBENTAL

Briska

Briska war mein erster Cocker Spaniel. Ich bekam ihn als Baby, als ich meine erste eigene Wohnung bezog. Briska war lackschwarz, glänzte wie Seide und hatte enorm lange Ohren. Ich fuhr damals zum Zwinger um die jungen Hunde zu besichtigen. Die Züchterin war gerade in der Küche und richtete Hundefutter her als ich bei der Eingangstüre klingelte. Sie liess alles stehen und liegen und kam mit mir zur Zwingeranlage, wo sich die ganze Hundemeute in einem Gehege befand. Briska kam als erster an den Zaun und stellte sich daran hoch und wedelte mit dem Stummelschwänzchen wie wild. Ich hatte mich schnell entschieden, die Hündin Briska sollte es sein. Das Gittertor wurde geöffnet, Briska raste an uns vorbei direkt in die Küche und noch bevor wir dort ankamen, kam sie uns entgegen mit einem riesigen Stück Fleisch in der Schnauze. Es war nicht leicht, ihr diese Beute wieder abzunehmen. Für Detailbesprechungen setzten wir uns in die Stube, wo man mir einen Platz auf dem Sofa anbot. Briska kam angesaust und mit einem Sprung sass sie bei mir auf dem Schoss. Es war offensichtlich gegenseitige Liebe auf den ersten Blick. Man lieh mir ein Halsband und eine Leine und gab mir viel Hundefutter mit, für die ersten Tage. Briska bekam im Zwinger ausschliesslich Pferdefleisch zu fressen, mit den üblichen Flockenzutaten. Bei uns in der Nähe gab es eine Pferdemetzgerei, so konnte ich meinen Hund mit seinem gewohnten Fleisch versorgen. Ich kaufte mir einen Hundekorb, in dem Briska auch als ausgewachsener Hund seine Beine noch bequem von sich strecken konnte.
Weil ich weiss, dass sich Hunde oft gerne in eine Ecke kuscheln, versah ich den Korb mit einem Dach und als schöne Garnitur rundherum noch mit einem Volant, wie man dies früher an einem Stubenwagen für Kinder tat. Der Stoff war leuchtend rot mit kleinen weissen Tupfen und passte zu meinem schwarzen Hund,  ausgezeichnet. Wie ich mit Freude feststellen konnte, liebte auch mein Hündchen seine Behausung sehr.
Zehn Jahre lebten wir zwei zusammen, als sich Briska wieder auf den Rücken legte als ich sagte: "Mach faules Mädchen", weil ich sie so am besten kämmen konnte. das seidenweiche Haar bildete schnell Knoten, besonders am Bauch zwischen den Beinen und in dieser Stellung konnte ich ihr alle "Knöpfe" auskämmen. Ich entdeckte unter einem Vorderbein einen Ausschlag, viele kleine Bläschen, die aussahen wie Spitzpocken.  Einen Tag später waren es bereits doppelt so viele und so ging ich zum Tierarzt. Dieser stellte fest, dass es sich um einen bösartigen Wucherkrebs, der im Laufe der Zeit die inneren Organe zerstöre, handle und dass es keine Heilung gebe. Der Tierarzt, ein Freund meines Schwagers, konnte nicht sagen, wie lange mein Hund noch leben werde. Da er mich seit vielen Jahren kannte und wusste, dass ich die kleinste Veränderung bei meinem Hund wahrnehmen würde, verzichtete er darauf, den Hund sofort einzuschläfern, wie er dies bei anderen getan hätte. Er meinte damals, es kann eine Woche, ein Monat oder vielleicht auch noch ein Jahr dauern, bis sie ihn endgültig verlieren werden. Es ging noch sechs Monate. Es war an einem Mittwoch, wir machten am Abend noch einen langen Spaziergang und Briska grub wieder einmal ein riesiges Loch und fand auch das Mäusenest. Auf dem Heimweg spielten wir noch zusammen. Sie wollte, dass ich ihr ein Holz warf, das sie dann suchte und zu mir zurück brachte. Sie war richtig ausgelassen und raste herum. Daheim angekommen, gingen wir ins Bett. Es war morgens um halb zwei als sie mich keuchend weckte. Sie kletterte zu mir aufs Bett, versuchte, auf die Kommode zu klettern, hinauf, weiter hinauf wollte sie, weil sie fast keine Luft mehr bekam. Der Krebs hatte die Lunge erfasst. Ich öffnete das Fenster, liess aber den Laden geschlossen, durch die geöffneten Lamellen kam genügend Luft herein. Ich telefonierte sofort meinem Schwager und am Morgen stand er schon um sieben Uhr vor meiner Tür. Wir fuhren zu seinem Freund, dem Tierarzt. Ich solle im Wartezimmer warten befahl er. Und während mein Hund im Nebenzimmer eingeschläfert wurde, liefen mir die Tränen über die Wangen. Ohne Hund musste ich nach Hause. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt zum Glück gerade Ferien und so nahm mich mein Schwager mit zu ihm und meiner Schwester, die zusammen ein Tierheim im Zürcher Oberland betrieben. Trotzdem musste ich nachher wieder nach Hause und dort befiel mich das heulende Elend. Nie, nie mehr will ich einen Hund, das mache ich nicht nochmals mit schrie ich ins Telefon, als meine Schwester sich nach meinem Befinden fragte. Obwohl wir daheim seit meiner Geburt immer Hunde hatten, verkraftete ich dort die Verluste besser, weil ich nicht allein war und weil es sich um den Familienhund und nicht um meinen eigenen handelte, für den ich alleine die Verantwortung trug.. 

Cocker Spaniel Hündin "Micky"  (Silberschimmel)

Micky

Micky  Es war mein Schwager der genau wusste wie ich litt als ich Briska verlor, und auch einen Weg fand, dass diese Leidenszeit ein Ende hatte. Er erzählte mir, dass er von jemandem einen Cocker Spaniel übernehmen müsse zum umplatzieren. Er habe überall herumgefragt, aber er habe niemanden gefunden der ihn haben wolle. Nun sehe er sich leider gezwungen, diesen erst 2 Jahre alten, kerngesunden Hund beim Tierarzt einschläfern zu lassen. Das kannst Du doch nicht tun, nur weil ihn keiner haben will muss er sterben, ereiferte ich mich. Könntest nicht Du ihn übernehmen, dass ich ihn nicht töten lassen muss, fragte er. Ich muss ihn heute Nachmittag abholen, komm doch einfach mit, dann kannst du dich ja immer noch entscheiden, holen muss ich ihn so oder so. Ich hätte mir mein Leben lang Vorwürfe gemacht, hätte ich dies zugelassen und das wusste mein Schwager sehr genau. Wir fuhren zu diesen Leuten und wurden ins Wohnzimmer gebeten. Das Dienstmädchen musste den Hund aus dem Keller holen, wo alle Hunde  untergebracht waren. Micky war ein Silberschimmel, man schleppte ihn am Halsband mit Gewalt ins Wohnzimmer. Er durfte diesen Raum sonst nie betreten. Die Frau erzählte uns, dass sie Micky als ausgebildeter Jagdhund auch speziell für diesen Zweck gekauft habe. Micky habe aber überhaupt keine Jagdleidenschaft, im Gegenteil, wenn der Treiber den Hund von der Leine lasse, würde dieser zum Auto zurück rennen, statt mit der Meute mitlaufen und deshalb wolle sie ihn nicht mehr haben. Was sind das nur für Leute, fragte ich mich. Die Hunde werden im Keller gehalten und meiner durfte, wenn er wollte, bei mir im Bett schlafen. Armer Micky, nein Du sollst nicht sterben, das schwöre ich Dir, bei mir sollst Du es schöner bekommen als hier, waren meine Gedanken. Die Rechnung meines Schwagers ging also auf. Viel viel später gestand er mir, dass er Micky für mich haben wollte, damit ich endlich wieder "normal" werde und gar keinen andern Platz gesucht habe.
Leider lebte Micky nicht sehr lange. Die Hündin war erst gut 6 Jahre alt, als der Tierarzt Staupe bei ihr feststelle. Sie war lange krank, aber der Arzt hoffte, dass er sie doch am Leben erhalten könne. Wochen später glaubte er, dass nun alles gut überstanden sei und ich, wie geplant, mit dem Hund in die Ferien fahren könne. Das Hotel war bestellt und die Fahrkarte hatte ich auch schon gekauft Ich wollte diesmal nicht mit dem Auto sondern mit der Bahn in den Winterkurort reisen. Es war unsere letzte Nacht vor der Abreise als Micky morgens um zwei einen epileptischen Anfall bekam. Sie zuckte mit allen Beinen, mit dem Kopf und fiel schliesslich zu Boden, erholte sich aber nach gewisser Zeit wieder. Aus, keine Ferien, stattdessen wieder Gang zum Tierarzt, wieder in Begleitung meines Schwagers. Sein Freund riet, den Hund sofort einzuschläfern, er wolle mir nicht zumuten, die Schreie die der Hund im Zusammenhang mit dieser Krankheit, während seinen Anfällen von sich gebe, die gingen einem durch Mark und Bein. Es wäre ja in der vergangenen Nacht der erste Anfall gewesen. Diese würden aber in immer kürzeren Abständen auftreten und von mal zu mal schlimmer werden. Mein Schwager schickte mich wieder ins Wartezimmer, ging zurück ins Sprechzimmer und holte mich nachdem mein Micky tot war, wieder ab. Micky hatte mir sehr schnell über den Tod von Briska hinweg geholfen. Diesmal wollte ich nicht so lange warten und mich sofort nach einem neuen Gefährten umsehen. Tränen habe ich trotzdem sehr viele vergossen.

Cocker Spaniel Hündin COPPER BEACK BLUEBONNET genannt Tracey (Tricolor) und COCKINGTON CORINNE gennannt Silky (WEISS ORANGE)

 Tracey und Silky

Tracey und Silky hiessen laut Ahnentafel Copperbeach Bluebonnet und Cockington Corinne. Nach dem Tod von Micky fand ich im "Hundesport" Adressen von Cocker Spaniel Züchtern. Eine Engländerin hatte ihren Zwinger nur etwa 10 Autominuten von meiner Wohnung entfernt und sie hatte Blauschimmel Welpen. Eine zweite Züchterin, mit einer sehr bekannten und begehrten Zucht von Weiss/Orangen Hunden lebte in der Nähe von Olten. Auch sie hatte Junge. Ich fuhr also zuerst in den Kanton Solothurn und dort fand ich Silky, die durch ihre freche Art mit ihren Geschwistern umzugehen auffiel und das passte mir. Bei der anderen Züchterin war ein tollpatschiger kleiner Tricolor Welpe, der angeblich einer sehr berühmten englischen Cocker Spaniel Hündin aufs Haar glich und deshalb bekam Bluebonnet den Beinamen der so berühmten Hündin Tracey. Sie war übrigens der einzige Tricolor im Wurf. Bei beiden Züchterinnen hatte ich mir zwei Tage Bedenkzeit erbeten. Die Hunde waren ohnehin noch zu jung um an Interessenten abgegeben zu werden. Damals behielten die Züchter ihre Welpen bis sie alle zweiten vorderen Zähne bekommen hatten und gaben sie erst im Alter von 3 Monaten weiter.
Ich hatte entschieden - Wie bei mir üblich, musste der Hund ja zur Arbeit mitkommen. Ich hatte in der Firma gerade ein sehr grosses, ebenerdig gelegenes Büro für mich alleine bekommen, mit Kunststoffboden. Also ideal für Hundewelpen. Zeit zum spielen hatte ich während der Arbeitszeit eigentlich keine. So entschloss ich mich, beide Welpen zu kaufen, damit sie sich miteinander im Büro tummeln konnten. Tracey war drei Wochen älter als Silky.
Sie würde also etwas früher bei mir einziehen. Die Züchterin offerierte mir, ich könne ja in der Zwischenzeit Tracey jeweils nach der Arbeit etwas spazieren führen. So fuhr ich jeden zweiten Tag am Abend in den Zwinger um mit ihr einen Spaziergang zu machen. Als ich das dritte Mal dort vorfuhr erzählte mir die Züchterin, Tracey sitze seit einer Viertelstunde am Zwingertor und warte auf mich. Endlich war sie drei Monate alt und kam nun zu mir nach Hause. Drei Wochen später holten wir auch Silky. Tracey akzeptierte sie zwar, zeigte mir aber sehr deutlich die kalte Schulter um mir klar zu machen, dass sie nicht einverstanden war, dass sie Konkurrenz bekommen habe. Vom ersten Tag an schlief Tracey bei mir im Bett, nun kam auch Silky dazu. Den grossen Hundekorb nutzten sie höchstens tagsüber, nachts stand er leer. Es dauerte mehr als 2 Wochen, bis Tracey endlich einsah, dass es ja gar nicht so schlecht war zu zweit. Nach 14 Jahren wurde Tracey ernsthaft krank. Sie wollte nicht mehr spazieren und auch nichts mehr von Silky wissen. Sie frass auch fast nichts mehr. Beim Tierarzt setzten wir sie im Wartezimmer auf den Boden vor den Heizkörper, der gegenüber der Türe war. Er bat uns, den Raum zu verlassen und die Türe offen zu lassen. Tracey blieb sitzen, sie folgte uns nicht. Diesmal war ich es, die Tracey im Arm hielt bis die erlösende Spritze wirkte.
Silky suchte auf jedem Spaziergang nach Tracey. Nach einem kurzen Gang wollte sie wieder nach Hause, aber Tracey war auch dort nicht zu finden. Einige Zeit später  kam uns auf unserem Spazierweg eine Frau entgegen mit einem kleinen schwarzen Hund. Silky sah sie von weitem kommen und fing an zu wedeln, endlich kommt Tracey wieder! Aber als sie näher kamen war es ein Pudel, nicht Tracey. Silky wollte sofort nach Hause zurück. Von diesem Tag an wollte sie nicht mehr spazieren, nur noch ganz schnell Pipi machen und wieder heim. Sie wollte nicht mehr länger leben ohne Tracey. Eine Woche später wurde Silky auf anraten des Tierarztes eingeschläfert. Auch sie in meinen Armen.  

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